Wir über uns

Die Schreibwerkstatt ist eine zentrale Einrichtung innerhalb des Sprachenzentrums der Universität Stuttgart, in der schreibprozessorientiert[1] und schreibtypengerecht[2] gearbeitet wird. Unsere Zielgruppe umfasst hierbei sowohl Studierende, die wir von ihrem Studienbeginn bis zur Promotion begleiten, Institute aller Fakultäten als auch Mitarbeiter*innen der Universität Stuttgart.

Bezogen auf die erstgenannte Gruppe wird diese Begleitung durch folgende Programmbereiche realisiert:

Zum einen wird den Studierenden ein umfangreiches Kursangebot zu den unterschiedlichen Phasen des Schreibens[3] wissenschaftlicher Arbeiten dargeboten; so gibt es einerseits sogenannte Minikurse, in denen spezielle Themen, inhaltlich von der ersten Idee bis zum fertigen Text, im Zentrum stehen und andererseits besteht für die Studierenden die Option auch fachübergreifende Schlüsselqualifikationen (SQs) zu erwerben.

Zum anderen haben die Schreibenden die Möglichkeit, individuelle Fragestellungen in nicht-direktiven Beratungssessions vor Ort oder online (Email; Skype) mit einer Schreibberater*in auf Augenhöhe und am aktuellen Schreibprojekt zu klären. So können die individuellen Fragen und Bedürfnisse der Schreibenden besprochen und Schreibstrategien gefunden werden. Hierbei holen die Beratenden die Schreibenden an dem Punkt des Schreibprozesses ab, an dem diese stehen. Oberstes Ziel ist hierbei Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, sodass die Schreibenden auch für zukünftige Schreibprojekte von individuellen Strategien profitieren können. Auf diese Weise lernen die Schreibenden nicht nur Selbst- sondern auch Zeitmanagement.

Zugleich soll den Schreibenden aber auch bewusst werden, dass Schreiben ein komplexes Phänomen ist. Dabei stellt die Reflexion des eigenen Schreibhandelns einen weiteren wichtigen Aspekt der Beratung dar. Durch diese intensive Selbstanalyse mit dem eigenen Schreibhandeln wird dabei nicht nur ein genauerer Blick in die eigenen kognitiven Umsetzungsmöglichkeiten geschult, sondern auch das Schreiben an sich wird als eine zentrale Schlüsselkompetenz trainiert, die nicht nur im wissenschaftlichen Bereich von fundamentaler Relevanz ist, sondern auch in beruflicher und sozialer Hinsicht einen unverzichtbaren Baustein für unsere Wissensgesellschaft darstellt. 

Dieses Selbstverständnis definiert zugleich auch das, als was die Schreibwerkstatt nicht verstanden werden soll: erstens ist die Schreibwerkstatt kein Korrekturservice; das bedeutet, dass während des kompletten Schreibprozesses die gesamte Verantwortung für den Text alleine bei den Schreibenden liegt. Und zweitens ist die Schreibberatung weder als Coaching noch als psychosoziale Einrichtung zu verstehen. Für beide letztgenannten Aspekte können die Schreibberater*innen den Ratsuchenden Informationsmaterial entsprechender Einrichtungen zur Verfügung stellen.

Neben dieser breiten Angebotspalette für die Studierenden/Promovenden bietet die Schreibwerkstatt aber auch für die spezifischen und individuellen Bedürfnisse der zweitgenannten Gruppe ein umfassendes Programm in Form von Präsens- und Onlinelehrformaten an.

Um diese Fülle an unterschiedlichen Bereichen fachlich fundiert vertreten zu können, stehen dem Team der Schreibwerkstatt nicht nur schreibdidaktisch versierte Akademische Mitarbeiter*innen zur Verfügung, sondern auch eigens ausgesuchte Lehrbeauftragte, die jeweils als Expertinnen und Experten in ihren fachspezifischen Schwerpunkten ausgewiesen sind. 

 

[1] Schreibprozessorientiert bedeutet: An jedem Punkt des Schreibprozesses sollen die Studierenden Schreibstrategien vermittelt bekommen, die es ihnen ermöglichen, eigenverantwortlich, bewusst und effektiv zu schreiben.

[2] In der Forschung werden vor allem zwei Schreibtypen unterschieden: Es gibt die Strukturfolger*in und die Strukturschaffer*in. Während die Strukurfolger*in sich dadurch auszeichnet, dass sie einer zuvor angerfertigten Struktur folgt (top-down) um am Ende ein fertiges Textprodukt zu generieren, zeichnet sich die Strukturschaffer*in hingegen dadurch aus, dass sich die Struktur für ihr endgültiges Textprodukt erst aus dem Schaffensprozess heraus generiert (bottom-up). Ausführlich hierzu: Gerd Bräuer: Schreiben. In: Ders.: SCRIPTORIUM. Ways of Interacting With Writers and Readers. A Professional Development Program. Freiburg i. Brsg.: Fillibach 2009. S. 57–70.

[3] Wir unterscheiden folgende Schreibphasen: ein Schreibprojekt planen/ Material sammeln/ einen Rohtext schreiben/ Strukturieren und Argumentieren sowie die Überarbeitung des Rohtextes zum publikations- bzw. abgabefertigen Text.